facebook

WOHNBEBAUUNG MAUTNER MARKHOFINTERKULTURELLES WOHNEN, 2010

»Ich bin dafür, den verhältnismäßig kleinen Preis für die Erhaltung der Vielfalt zu zahlen statt den großen für deren Verlust.« Wim Wenders

Das Prinzip eines Gebäudes für Interkulturelles Wohnen kann nur jenes sein, dass es sich äußerlich in die städtische Umgebung einfügt, ohne den organisatorischen und gestalterischen Anspruch auf Selbstbehauptung aufzugeben. Das Gebäude sollte aufgrund seiner räumlichen Reserven und seiner Robustheit (Qualität des Außenputzes etc.) in der Lage sein, unterschiedliche bzw. andere Lebensformen aufzunehmen, um durch das Integrieren dieser Prozesse zur Bildung einer neuen kulturellen Identität beizutragen. Dieses elastische Reagieren auf andere Lebensformen erfordert ein breites Spektrum an Wohn- und Lebensmöglichkeiten, die gekoppelt an spezifische Förderungsangebote, den Anpassungsdruck an die Erwartungen unserer Gesellschaft verringern helfen sollen.

Identitätsstifter sind vor allem die an die Gemeinschaftsflächen angrenzenden „Stiegenhäuser“ die, ähnlich wie im Biedermeier die „Pawlatschen“, sowohl unterschiedlich wie auch speziell gestaltet sind und neben ihrer Funktion als Erschließungsflächen auch der Kommunikation dienen. Die spezifische Gestaltung betrifft sowohl die Stiegenhausform, die Stiegenführung selbst, das Oberlicht, sowie vor allem auch die künstlerisch ausgestalteten Bodenflächen im Erdgeschoss. Der Aufbau der Gebäude liest sich als ring- bzw. schichtförmige Struktur und schafft damit eine Übergangszone vom halböffentlichen Stiegenhaus zu den privaten Aufenthaltsräumen. Die Struktur der konstruktiven Gebäudeteile trägt dazu bei, größtmögliche Flexibilität und Varianzfähigkeit zu erreichen.

Die Palette der Möglichkeiten reicht von der Einzimmerwohnung bis hin zu alternativen Wohnungsfigurationen spezifischen Zuschnitts wie zum Beispiel die für das Projekt entwickelten Typen verschiedener Wohnungsgemeinschaften. Die Eckwohnungen sind in der Regel Familienwohnungen größeren Zuschnitts. Die Wohnungen im EG sind als Gästewohnungen konzipiert, die auch als klassische Einliegerwohnung für Verwandte, Pfleger und Betreuer genutzt werden können.

geladener Wettbewerb
Kollaboration: ARGE Krischanitz ZT GmbH / triendl und fessler architekten
Mitarbeit: Irena Keller, Jakob Poppinger
Visualisierung: Schreiner&Kastler
Landschaftsdesign: Carla Lo
Ort: ehemalige Mautner Markhof-Gründe, Bauplatz 3, 1110 Wien
Auftraggeber: GEBÖS Baugenossenschaft
Zeitraum: 2010
Nutzfläche: 12158 m²